Was passiert ist
Am 11. Juni 2026 hat Allego seinen 2026 AI in Revenue Enablement Report veröffentlicht. Die Studie beruht auf einer Umfrage unter 318 Führungskräften aus Revenue Enablement, und zwar aus Vertrieb, Marketing, Enablement und Customer Success. Die unabhängige Agentur TrendCandy hat die Studie durchgeführt. Sie zeigt umfassend, wie Unternehmen KI in ihren Umsatzprozessen einsetzen. Und sie zeigt eine hartnäckige Lücke: Die ersten Ergebnisse sind gut, die organisatorische Reife hinkt hinterher.
Das zentrale Ergebnis: 77 % der Befragten sagen, dass KI bereits messbare Umsatzgewinne gebracht hat. Noch mehr, nämlich 88 %, wollen ihre KI-Investitionen in den nächsten 12 Monaten erhöhen. Gleichzeitig stehen 63 % der Unternehmen noch am Anfang. Sie setzen KI in bestehenden Prozessen ein, statt die Arbeit ihrer Revenue-Teams neu zu denken. Die Folge: Die meisten Unternehmen sehen einen Ertrag aus KI. Aber nur wenige gehen über schrittweise Automatisierung hinaus und verändern ihr System grundlegend.
Der Report behandelt den KI-Einsatz in Sales Enablement, Coaching, Onboarding und im Pipeline-Beitrag des Marketings. Dazu kommt die neue Kategorie der agentischen KI: autonome Systeme, die Maßnahmen empfehlen, Trainings zuweisen und Folgeaufgaben auslösen, ohne dass ein Mensch eingreift. Der Report enthält Daten zu Nutzungsraten, zur wahrgenommenen Wirkung und zu den organisatorischen Faktoren, die den KI-Einsatz in Revenue-Teams prägen.
Warum das für Praktiker wichtig ist
Für Praktiker aus competitive intelligence und Enablement ist der Allego-Report Bestätigung und Warnung zugleich. KI liefert messbare Ergebnisse. Doch die Lücke zwischen frühem und fortgeschrittenem Einsatz zeigt: Die meisten Unternehmen schöpfen ihr Potenzial bei Weitem nicht aus.
1. Die Wirkung auf den Umsatz ist keine Theorie mehr. 77 % der Führungskräfte melden Umsatzgewinne. Konkret nennen sie bis zu 50 % kürzere Sales-Zyklen und bis zu 45 % höhere Win Rates. Der Beitrag von KI zum Umsatz ist damit kein Versprechen aus der Pilotphase mehr, sondern belegt. Für CI-Teams, die den Vertrieb mit competitive intelligence versorgen, entsteht daraus eine neue Erwartung: Ihre Prozesse sollen durch KI schneller werden, statt von Hand kuratiert. Wer Wettbewerbswissen noch über statische Dokumente und gelegentliche Briefings verteilt, fällt zurück. Andere Unternehmen lassen KI diese Informationen direkt im Arbeitsalltag bereitstellen.
2. Das Coaching verändert sich bereits deutlich. 84 % der Befragten sagen, dass KI-gestützte Coaching-Tools die Qualität des Coachings verbessert haben. 83 % sagen, dass KI die Einarbeitung neuer Vertriebsmitarbeiter verkürzt hat. Für Programme im Competitive Enablement heißt das: KI-Coaching ist ein bewährter Kanal, um Wettbewerbskompetenz aufzubauen. Teams müssen sich nicht nur auf Live-Trainings verlassen. Sie können Wettbewerbsszenarien und Einwandbehandlung in KI-gestützte Coaching-Abläufe einbauen, die im ganzen Unternehmen skalieren.
3. Das Marketing übernimmt eine Führungsrolle beim KI-Enablement. Ein überraschendes Ergebnis: 87 % der Führungskräfte sagen, dass KI den Pipeline-Beitrag des Marketings erhöht hat. 53 % sagen, dass das Marketing bei KI-gestützten Enablement-Initiativen führt. Bisher war Enablement vor allem Sache des Vertriebs. Das ändert sich. Für CI-Praktiker bedeutet das: competitive intelligence muss das Marketing genauso konsequent bedienen wie den Vertrieb. Das gilt besonders für Wettbewerbs-Content, Positionierung und die Differenzierung in Kampagnen.
4. Agentische KI ist der nächste Schritt, und frühe Anwender ziehen davon. 56 % der Befragten nutzen oder testen agentische KI-Systeme. Diese autonomen Agenten liefern nicht nur Informationen. Sie empfehlen aktiv Maßnahmen, weisen Trainings zu und lösen Abläufe aus. Frühe Anwender melden eine höhere Nutzung, weil „die KI die Arbeit erledigt, nicht nur das Denken“. Für Teams im Bereich Revenue Intelligence ist das die nächste Stufe: KI, die Signals aus dem Wettbewerb nicht nur erkennt, sondern selbstständig darauf reagiert.
Die wichtigsten Fakten
- Veröffentlichung: 11. Juni 2026
- Methode: Umfrage unter 318 Führungskräften aus Revenue Enablement in Vertrieb, Marketing, Enablement und Customer Success
- Forschungspartner: TrendCandy (unabhängige Forschungsagentur)
- Wirkung auf den Umsatz: 77 % melden Umsatzgewinne durch KI
- Investitionspläne: 88 % wollen ihre KI-Investitionen in den nächsten 12 Monaten erhöhen
- Reifegrad: 63 % stehen beim KI-Einsatz noch am Anfang
- Qualität des Coachings: 84 % melden Verbesserungen durch KI-gestütztes Coaching
- Onboarding: 83 % melden eine kürzere Einarbeitung
- Effektivität im Vertrieb: 80 % melden effektivere Vertriebsmitarbeiter
- Sales-Zyklen: 73 % melden kürzere Sales-Zyklen, die besten Anwender bis zu 50 % kürzer
- Win Rates: Die besten Anwender melden bis zu 45 % höhere Win Rates
- Marketing-Pipeline: 87 % sagen, dass KI den Pipeline-Beitrag des Marketings erhöht hat
- Agentische KI: 56 % nutzen oder testen agentische KI-Systeme
- Content-Erstellung: 83 % der Marketing-Verantwortlichen sagen, dass KI die Content-Erstellung beschleunigt
Folgen für den Markt
Liest man den Allego-Report zusammen mit Mindtickles State of Agentic Revenue Enablement Report aus derselben Woche, ergibt sich ein klares Bild: KI bringt über Enablement-Prozesse messbaren Umsatz. Doch die meisten Unternehmen stehen noch ganz am Anfang. Die 63 % der Teams in der frühen Phase sind für CI-Praktiker Risiko und Chance zugleich.
Das Risiko: Programme im Competitive Enablement ohne KI werden von Wettbewerbern mit KI überholt. Wenn 77 % der Unternehmen Umsatzgewinne durch KI-gestütztes Enablement melden, ist Handarbeit keine vorsichtige Strategie. Sie ist ein Wettbewerbsnachteil.
Die Chance: Die Reifelücke gibt CI-Teams Raum, den KI-Einsatz im eigenen Unternehmen anzuführen. Competitive intelligence ist datenintensiv, zeitkritisch und hängt von guter Verteilung ab. Genau dort bringt KI den größten Hebel. Teams, die ihre CI-Prozesse in KI-Coaching, Content-Erstellung und agentische Systeme einbauen, machen CI zum strategischen Umsatztreiber statt zur Unterstützungsfunktion.
Für CI-Teams, die den Vertrieb unterstützen, heißt das konkret: Prüfen Sie, wie KI-Enablement-Tools competitive intelligence verteilen können. KI-Coaching kann Einwandbehandlung gegen Wettbewerber in der Breite vermitteln. KI-Content-Erstellung kann Wettbewerbs-Briefs für einzelne Deals in Echtzeit erstellen. Agentische KI kann Signals aus dem Wettbewerb erkennen und Reaktionen auslösen, ohne auf einen Analysten zu warten.
Allego-CEO Yuchun Lee fasst es so zusammen: „Die größte Wirkung erzielen Unternehmen, die mit KI dem Marketing helfen, relevanten Content zu erstellen, Enablement-Teams helfen, Coaching und Onboarding zu skalieren, und Vertrieblern helfen, Käufer wirkungsvoller anzusprechen.“ Für CI-Teams heißt das: Wettbewerbswissen, das über KI-gestützte Enablement-Prozesse fließt, erreicht mehr Menschen, öfter und mit messbarerer Wirkung als die klassische Verteilung.
Weiterführende Ressourcen
- Sales Enablement: wie sich Sales Enablement durch KI verändert
- Revenue Intelligence: was Revenue Intelligence ist und wie sie mit Wettbewerbswissen zusammenhängt
- CI für Vertriebsteams: praktischer Leitfaden, um competitive intelligence an den Vertrieb zu liefern